Die Zusammenarbeit zwischen Architekt und Bauherr ist ein entscheidender Faktor auf dem Weg zu einem erfolgreichen Bauprojekt. Dennoch kommt es bei dieser Zusammenarbeit immer wieder zu Konflikten, Missverständnissen und Fehlentscheidungen. Ein Hauptgrund hierfür: Der Wissensunterschied, der zwischen den Beteiligten vorliegt. Während Architekten als Experten über ein Studium, langjährige Erfahrung und etablierte Strukturen verfügen, sind die meisten Bauherren als Laien einzustufen und betrachten das Projekt somit aus einem anderen Blickwinkel.

Die Experten-Laien-Beziehung stellt die Beteiligten vor eine besondere Herausforderung. Auf der anderen Seite ergeben sich durch sie neue Chancen. So sind beide Parteien dazu gezwungen, aufeinander zuzugehen, eine gemeinsame Sprache zu entwickeln und Prozesse transparent zu gestalten. Wir haben nachfolgend 8 Tipps zusammengestellt, welche die Zusammenarbeit zwischen Bau-Experten und Bau-Laien vereinfachen und somit zu einem erfolgreichen Projektabschuss beitragen.

Tipp 1: Die Anfangsphase für das Kennenlernen nutzen

Bereits in der Anfangsphase ist der Grundstein für eine erfolgreiche Zusammenarbeit zu legen. Unsere Beobachtung zeigen, dass sich Experten unmittelbar nach der Beauftragung direkt an die Ausarbeitung ersten Lösungsvorschläge machen. Dabei laufen sie Gefahr, den Laien, dessen Wissensstand und Bedürfnisse falsch einzuschätzen und an dem eigentlich Gewollten vorbeizuarbeiten.

Nutzen Sie die Vorbereitungsphase deshalb vor allem, um sich gegenseitig kennenzulernen und ein genaues Bild von den Wünschen und Gewohnheiten des Gegenübers zu erlangen. Denn nur so kann eine gemeinsame Sprache, Herangehensweise und gegenseitiges Vertrauen entwickelt werden.

Tipp 2: Eine gemeinsame Herangehensweise entwickeln

Experten verfügen zumeist über etablierte Strukturen und Herangehensweisen. Aufgrund bereits abgeschlossener Projekte haben Sie eine genaue Vorstellung davon, wie das jeweilige Projekt anzugehen ist. Für den Laien ist der Bauprozess hingegen ein Novum. Er weiß im Vorfeld nur bedingt was auf ihn zukommt und kann den zeitlichen Aufwand für einen Großteil der Aufgaben nur schwer einschätzen.

Umso wichtiger ist es, dass sich Experte und Laie bereits zu Projektbeginn auf eine gemeinsame Herangehensweise verständigen. Den Experten trifft hierbei die Aufgabe, bestehende Prozesse zu erläutern, eigene und Aufgaben des Laien zu definieren und deutlich zu machen, wie die Rechte und Pflichten verteilt sind. Der Laie erhält somit ein besseres Verständnis für den Prozess und ist eher bereit an diesem mitzuwirken.

Tipp 3: Eine gemeinsame Sprache sprechen

Als Experten tendieren Architekten, Ingenieure oder Handwerken dazu, sich in Form von einer branchenspezifischen Terminologie auszutauschen. Während dies für Experten untereinander ein geeignetes Mittel ist, um die Kommunikation zu vereinfachen, kann die Fachsprache den Laien schnell überfordern und zu Missverständnissen führen.

Bei der Zusammenarbeit zwischen Experte und Laie ist es daher essentiell, dass der Experte seine Fachsprache auf das Niveau das Laien anpasst und sich vergewissert, dass ihm seine Zuhörer folgen können. Denn nur so kann der Laie am Entwurfsprozess teilhaben und fundierte Entscheidungen treffen. Auf der anderen Seite ist es Aufgabe des Laien, Unklarheiten rechtzeitig zu äußern und sich im Laufe des Projektes mit der Terminologie vertraut zu machen.

Tipp 4: Sich aufeinander zubewegen

Natürlich trifft den Experten bei der Zusammenarbeit aufgrund seines Wissensvorsprungs eine besondere Verantwortung. In der Regel fällt es ihm leichter sich in sein Gegenüber hineinzuversetzen und seine Kommunikation auf das Wissensniveau des Laien anzupassen. Auch wird es dem Laien schwerfallen, ein Gespür für die architektonische Gesamtaussage zu entwickeln. Ihm geht es vielmehr darum, dass das Projekt seinen Nutzungsanforderungen gerecht wird.

Dennoch sind wir der Meinung, dass eine gelungene Zusammenarbeit nur dann funktionieren kann, wenn sich beide Seiten aufeinander zubewegen. So hat der Laie im Laufe des Projektes zumindest ein Grundverständnis für bautechnische Fragen zu entwickeln und sollte noch während der Planungsphase in der Lage sein, Grundrisse zu lesen.

Tipp 5: Sich auf Augenhöhe begegnen

In so gut wie jeder Branche finden sich Experten wieder, die sich nur schwer in die Rolle des Laien versetzen können und glauben, den bestehenden Wissensvorsprung in den Vordergrund der Zusammenarbeit stellen zu müssen. Dies bekommt der Laie meist schnell zu spüren: Verbesserungsvorschläge stoßen auf Ablehnung, Rückfragen auf Unverständnis.

Klar ist, dass sowohl Experten wie auch Laien von dem Wissensunterschied profitieren können, vorausgesetzt, dass sich beide Parteien trotz des Ungleichgewichts auf Augenhöhe begegnen und auf ein gemeinsames Ziel hinarbeiten. So geht der Laie beispielsweise mit einem „frischen“ Blickwinkel an das Projekt heran und hat ein besseres Verständnis für die eigenen Wünsche und Bedürfnisse.

Tipp 6: Prozesse transparent gestalten

Immer wieder kommt es vor, dass Laien nicht ausreichend in den Prozess eingebunden werden. Nach wochenlanger und intensiver Arbeit stellt sich bei der Entwurfspräsentation dann heraus, dass der Lösungsvorschlag dem eigentlich Gewollten nicht gerecht wird. Die Folge: Zeitverzögerungen, Mehraufwand und Unverständnis auf beiden Seiten.

Auch wenn Experten dazu tendieren, sich nur ungern über die Schulter blicken zu lassen und es vorziehen, in Ruhe ihren eigenen Ideen nachzugehen, empfiehlt sich die Etablierung von transparenten Prozessen und das regelmäßige Einholen von Feedback. Zum einen erhalten die Laien dadurch ein Gespür für den Aufwand, der hinter der eigenen Arbeit steckt. Zum anderen fühlen sie sich dadurch eher in die Lösungsfindung eingebunden, was die anschließende Akzeptanz deutlich erhöht.

Tipp 7: In die Fähigkeiten des Experten vertrauen

Bereits in unserem Artikel Entscheidungsfindung bei Bauprojekten sind wir auf den sogenannten Confirmation Bias und den Hang zur Selbstüberschätzung eingegangen. Gerade Laien tendieren dazu, den eigenen Wissenstand höher einzustufen als tatsächlich vorhanden und dem Rat von Experten zu misstrauen.

Es gibt einen Grund, warum Architekten und andere Fachkräfte mit der Planung und Realisierung von Bauprojekten beauftragt werden. Bau-Laien sollten deshalb auf die Fähigkeiten der Dienstleister vertrauen und diesen den notwenigen Freiraum gewähren. Die Aufgabe der Experten ist es wiederrum, durch detaillierte Bedarfsanalysen und regelmäßiges Feedback die Erwartungen ihrer Auftraggeber zu übertreffen.

Tipp 8: Auf die richtigen Tools zurückgreifen

Wichtig bei der Zusammenarbeit zwischen Experten und Laien ist auch die Gestaltung des Informationsaustausches. Hierbei können Tools wie YourProject den entscheidenden Unterschied machen. In unserem virtuellen Projektraum halten wir unzählige Features bereit, die Bauherren und Baupartner auf eine neue Art und Weise mit einander verbinden und dabei auf die Bedürfnisse aller Beteiligten eingehen. Ob Dokumentenaustausch, das Einholen von gezieltem Feedback oder die Abwicklung von Projektabläufen – all das und vielmehr wird an einer Stelle zusammengefügt.

Die acht Tipps im Überblick

 

  • Tipp 1: Die Anfangsphase für das Kennenlernen nutzen
  • Tipp 2: Eine gemeinsame Herangehensweise entwickeln
  • Tipp 3: Eine gemeinsame Sprache sprechen
  • Tipp 4: Sich aufeinander zubewegen
  • Tipp 5: Sich auf Augenhöhe begegnen
  • Tipp 6: Prozesse transparent gestalten
  • Tipp 7: In die Fähigkeiten des Experten vertrauen
  • Tipp 8: Auf die richtigen Tools zurückgreifen

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